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Geschichte Saratz

Die Geschichte einer Familiendynastie

Von den Sarazenen zum Hotel Saratz

1875 wurde das Hotel Saratz als Erweiterung des seit Jahrhunderten von der Familie Saratz bewohnten Wohnhauses gegenüber der Dorfkirche, der Chesa Veglia, gebaut. Bereits 1865 entstanden in der Chesa Veglia die ersten Fremdenzimmer – der Betrieb wurde als Garni geführt. Mit dem Aufschwung des Tourismus und der Entstehung des Oberengadins als Winter- und Sommerferienregion gegen Ende des Jahrhunderts und dem zunehmenden Bedarf an Beherbergungsmöglichkeiten, wurde 10 Jahre später das Hotel Saratz, die heutige Chesa Nouva, errichtet.

Die Familien Saratz waren die eigentlichen Gründer von Pontresina. Ihre Wurzeln gehen auf die Sarazenen zurück, ein arabisches Volk, das bereits 932 n. Chr. aus dem Raum Nordafrika über Spanien die Alpen überquerte und in unsere Gegend kam, um Ländereien zu erobern und zu Besitz und Reichtum zu gelangen. Sogar der Ortsname Pontresina ist auf diese Einwanderer zurückzuführen. Die von den Sarazenen gebaute alte Brücke zum Ort trug ursprünglich den Namen «Pontem Sarasinam», später «Ponte Saracino», woraus sich nach verschiedenen ethymologischen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte der heutige romanische Name Puntraschigna, bzw. Pontresina bildete.

Das Hotel Saratz wurde bis in die 70er Jahre, damals wie heute als familien- und kinderfreundliches Hotel, Generation um Generation von der Familie geführt. Es galt während eines ganzen Jahrhunderts als eines der besten Häuser der Region und gehörte als 5-Stern Hotel bis in die 70er Jahre zum «Groupement des hotels de tout premier rang» (später «Leading Hotels of Switzerland» genannt). Auf Initiative seiner Mutter baute Gian Pepi Saratz, der das Haus als letzter Direktor der Familiendynastie führte, 1960 das erste grössere heizbare Aussenbad im Oberengadin.
Das Hotel Saratz hat während seiner Blütezeit viele interessante Kapitel geschrieben und einige berühmte Persönlichkeiten beherbergt. Der bekannteste von Ihnen ist Richard Strauss, der in den 40er Jahren regelmässig Gast war und sich in diesen Mauern erholt und auch komponiert hat.

Da sich nach Gian Pepi Saratz kein Familienmitglied mehr für die Hotellerie begeistern konnte, wurde der Betrieb 1974 an die Atlas-Gruppe in Zürich verpachtet. So kam es, dass das wunderschöne, vom Charme der Jahrhundertwende geprägte und stimmungsvolle Haus während der nächsten 21 Jahre unter dem Namen «Atlas» als 3-Stern Hotel nach veränderten Grundsätzen geführt wurde.
Das Hotel Atlas war weiterhin beliebt und erfreute sich einer recht treuen Stammkundschaft, die Pontresina und ihr Hotel liebte und immer noch liebt. Im Laufe der Jahre wurde das Haus jedoch stark renovationsbedürftig. Fehlende Investitionen und verschiedene Mängel - es gab z.B. viele Zimmer ohne eigenes Bad – führten dazu, dass das 3-Stern Hotel bezüglich Zimmerkomfort, Küche und Einrichtung bald nur noch einen 2-Stern Standard bieten konnte.

Die Entscheidung, das Hotel sich selbst zu überlassen und über kurz oder lang in den Ruin zu führen oder zu investieren drängte sich mehr und mehr auf. Die Liebe zu diesem schönen Haus und der Sinn für Tradition und Gastfreundschaft führten schliesslich die fünfte Generation der Saratz Familien dazu, den mutigen Entschluss zu fassen, eine erste Tranche von rund 22 Mio. Franken zu investieren und das Hotel Saratz in seinen neuen / alten Glanz zurückzuführen. Der Pachtvertrag mit der Atlas-Gruppe wurde aufgelöst, und, im Sinne der Saratz Familien, leitet die Direktion heute das 4-Stern Superior Hotel weiter.

Entstehung des neuen alten Hotel Saratz

Nach der operativen Übernahme des Hotels im Herbst 1995 begann also die Zukunft dieses wunderschönen Hauses aus der Jahrhundertwende. Die Zeit des Hotel «Atlas» war zwar endgültig vorbei, der Zeitpunkt jedoch zu früh, um vom Hotel Saratz zu sprechen. So wurde das Haus während der Übergangsphase der Wintersaison 1995/1996 «Hotel S.» genannt.
An Ostern 1996 wurde das Hotel S. geschlossen um die einzige Saison ohne Hotelbetrieb seit 130 Jahren zu erleben. Während den rund 8 Monaten intensivster Um- und Neubauzeit (Investitionen von 22 Millionen) unter der Führung des St. Moritzer Architekten Hans-Jörg Ruch und der Zürcher Architektin Pia Schmid entstanden ein neuer Trakt (Ela Tuff) mit 63 neuen Aussichtszimmern, Hallenbad mit Wellnesslandschaft, und Kindergarten. Der bestehende Hausteil (Chesa Nouva) wurde sanft renoviert.

In den Jahren 1997 bis 2005 wurden hier und dort kleinere Renovationen und Verbesserungen durchgeführt. Während der Jahre 2006 und 2007 sind weitere Mittel von über 20 Millionen eingesetzt worden, um folgende Neubauten und umfassende Renovationen zu realisieren:
Im November 2006 wurde nach 6-monatiger Bautätigkeit das Sarazenenbad-Hamam eröffnet. Zudem steht unseren Gästen seit dem gleichen Zeitpunkt eine Tiefgarage mit 40 Parkplätzen zu Verfügung. Ein halbes Jahr später, Sommer 2007, ist die Chesa Nouva nach einer während nur drei Monaten dauernden kompletter Sanierung und Renovation der 30 Suiten, Familien- und Doppelzimmer in Betrieb genommen worden. Ebenso ist das renovierte Spielparadies nach einer Idee der DRS3 Moderatorin, Sandra Schiess, unseren kleinen Gästen übergeben worden.
Im Herbst 2007 des gleichen Jahres durften unsere Mitarbeiter in die 12 komplett sanierte und renovierte Zimmer in der Chesa Veglia, in 12 Studios und 6 2-1/2 Zimmerwohnungen in der neu gebauten Chesa Niculò einziehen.

Im Herbst und Winter 2007/08 ist der Neubau Punt’ota mit 16 Eigentumswohnungen fertig gestellt und bezugsbereit worden. (diese sind inzwischen verkauft worden)
Im November 2007 wurde das Hotel Saratz tiefengründig. Um unserer Natur noch mehr Sorge zu tragen, ist eine Tiefenbohrung bis auf 1500 m in Angriff genommen worden. Mit der so gewonnen Erdwärme werden wir zukünftig ca. zwei Drittel unseres Heizungsbedarfs abdecken und verringern den CO2 Ausstoss.
Das Ziel der Renovationen in der Chesa Nouva war, den Charme der Jahrhundertwende wieder zur Geltung zu bringen, Jugendstilelemente und Parkettböden hervorzuholen, welche jahrelang unter Teppichböden versteckt oder gar zugemauert waren.
Die bekannte Architektin, Pia Schmid aus Zürich, hat diesen Brückenschlag zwischen der renovierten Chesa Nouva dem Neubau Ela Tuff, zwischen alt und neu, Tradition und Moderne gekonnt hergestellt und mit besonders sicherer Hand ein unvergleichliches Farbkonzept in beiden Hausteilen geschaffen. Ebenso ist ihr das Interieur mit seinen speziellen Farben und Materialien im Sarazenenbad bestens gelungen.

Mit den Familieneinheiten bestehend aus Doppelzimmer und Salon mit Verbindungstür bieten wir besonders Familien mit Kindern – eine unserer Hauptzielgruppen – preislich interessante Wohnmöglichkeiten. Zu unseren wichtigsten Verkaufsargumenten gehören ausserdem der 35‘000 m2 grosse Park mit geheiztem Aussenbad, Café Bagnera, Sand-Tennisplatz, Bocciabahn, Golf-Practice, verschiedene Kinder-Spielplätze, Liegewiese und vieles mehr.
Mehr als 85% unserer Zimmer verfügen über eine sehr schöne Aussicht auf den Hotelpark, ins Roseg-Tal und auf die Julierkette; alle Zimmer sind sehr geräumig (30m2) und wurden individuell mit Kunstobjekten von Schweizer KünstlerInnen ausgestattet.

Das Hotel Saratz ist ein Dach für Generationen geworden und bietet mit seiner erneuerten und erweiterten Infrastruktur Platz für Familien und Kinder, aber auch Alleinreisende und Paare, Jüngere und Ältere (oder Junggebliebene) - einfach alle, die das Leben, die Natur und alles Schöne dieser Welt geniessen möchten.
So haben wir nun die einmalige Gelegenheit, das neue alte Hotel Saratz, diese alte Lady mit ihrer ehrwürdigen Geschichte, mit neuem Glanz zu führen und ein weiteres Stück Hotelgeschichte zu schreiben...

Wir sind stolz darauf, das Erbe einer Familiendynastie fortsetzen zu dürfen, die es geschafft hat, die Vergangenheit mit in die Zukunft zu tragen, und es ist unser Ziel, den Geist und den Charme dieses Hauses aufrechtzuerhalten.